Zu unserer Beteiligung an den G7 Protesten hat Michel einen kleinen Erlebnisbericht geschrieben, den wir Euch nicht vorenthalten möchten. Viel Spaß beim Lesen!

 

Stop G7 – Protest in Garmisch-Partenkirchen

An meinem Anreisetag zum Protestcamp war das Wichtigste schon passiert. Die Großzelte waren bereits aufgestellt und der Platz mit Wegen und Rettungswegen abgesteckt. Langsam füllte sich das Camp, und es war jetzt schon abzusehen, dass es verdammt Eng wird.
Irgendwie ging mir als einer, der nicht in die Planung und Vorbereitung mit eingebunden war, eine konkrete Aufgabe ab, mich sinnvoll mit einzubringen. Schließlich bekam ich mit einer weiteren Wampe die Aufgabe als Fahrer für die ehrenamtlich arbeitenden Rechtsanwälte, dem „Legal-Team“ zu fungieren. Von da ab fuhren wir und bei Bedarf ein weiteres Zweierteam, die Anwälte von deren Standort zum Camp oder zu den Demonstrationszügen, oder auch vom oder zum Bahnhof.



Im Einsatz mit der Anwaltschaft...

Weiterhin konnte ich mich dann auch an den Nachtwachen beteiligen, die die Aufgabe hatte im Camp nächtens für Ruhe zu sorgen, damit sich die Menschen vor und nach ihren Aktivitäten auch erholen konnten. Auch den nächtlichen Besuchern aus Garmisch-Partenkirchen waren wir ein Ansprechpartner.

Eine weitere Aufgabenstellung war es im Besonderen die Journalisten und ihre Kameras aus unserer Ruhezone fern zu halten, sowie der Kontakt zu den Kommunikations-Polizisten.

Die Wampen waren sehr gut gerüstet, was sich im Camp auch schnell herumgesprochen hat. „Habt ihr mal nen Hammer? – Gibt es bei Euch Klebeband? – Habt ihr noch Flatterleine? – Kann ich mir mal ne Säge borgen?“ Diese und noch viele Fragen mehr konnten wir mit ja beantworten und somit vielen Mitstreitern unter die Arme greifen.


Blick auf´s Camp (Polizeiperspektive)

Als sich das Camp bis zum Bersten füllte, wurden die beiden Großzelte zu Schlafzelten umfunktioniert, und dennoch wurde es immer Enger. Zum Glück konnte das Orga Team dann doch noch einen der Bauern dazu überreden uns sein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Endlich etwas Entspannung.

Dann kam der große Regenguss. Während wir am Camp auf Abruf für das Leagel-Team zur Verfügung standen und die meisten Teilnehmer in der Demonstration unterwegs waren, öffnete der Himmel seine Schleußen, die Blitze zuckten wie verrückt und der Donner grollte auf das übelste. Aufgrund der Blitzschlaggefahr waren wir auch recht froh, dass nur noch so wenige im Camp verweilten. Schließlich gaben die Sannis die Order aus, auch das restliche Camp eben wegen der Blitzschlaggefahr zu räumen. Wir waren in der glücklichen Lage über zwei faradaysche Käfige (LKW mit Spriegel-Aufbau und ein PKW) zu verfügen, was uns die Möglichkeit offen ließ, uns auch um die doch schon älteren Großzelte zu kümmern.

Der Regen war noch nicht richtig abgeklungen, schon kamen in Schwärmen Journalisten mit Fernsehkameras und Fotoapparaten zum Camp geströmt. Um deren Eindringen ins Camp zu verhindern und das Aufrechthalten der Großzelte sorgten schließlich dafür, dass wir alle, ausnahmslos nass bis auf die Knochen wurden. Und das war noch nicht mal das Schlimmste. Die Großzelte haben zwar Stand gehalten, aber das Wasser konnte in dem extrem verdichteten Boden nicht versickern und sammelte sich in den Senken, in denen auch die Großzelte standen.


Nach dem großen Regen (Pressebild)

Nachdem wir uns selbst halbwegs trocken gelegt hatten, ging es daran das Wasser aus den Zelten heraus zu holen. Mit Schaufeln und Speiswannen haben wir das Wasser da hin geschafft, wo es hin gehört, in die Loisach. Durch private Kontakte der Wampen konnten wir dann auch eine Fuhre Heu besorgen, um die nassen Flächen in den Großzelten wieder nutzbar zu machen.

Dank dieser Wampeaktion, sowie dem verstauen der Habseligkeiten der Camp-Bewohner in deren eigenen Zelten durch die Zurückgebliebenen und der Großherzigen Decken- und Kleiderspenden der Garmisch-Partenkirchener war die „Lagerflucht“ aufgrund des Regens weit geringer als befürchtet. Die G7 Gegner halten durch!


Wampen auf Protest!

Auch wenn ich selbst nur an einer der Demonstrationen teilnehmen konnte, war und bin ich stolz auf das Engagement und die Leistungen die mein Club hier zu Tage gelegt hat, auch wenn von uns auf den Demos selbst weit weniger zu sehen war, als möglich gewesen wäre. Ich kann mit erhobenem Haupt sagen, wir haben unseren Teil zur Rettung der Welt beigetragen!

Proud to be a Member of MC Kuhle Wampe
Michel
MC KW Vaganten HD

Mehr zu den Protesten gegen G7 findet Ihr auf unserer Verband-Webseite und unter Stop G7 und sonstwo im Netz.


 

Löwenparty im wilden Osten...

Als wir am Samstag anreisten, hatten wir unsere liebe Not noch einen Stellplatz für unsere Zelte zu finden, auch wenn an sich ausreichend Platz zur Verfügung stand. Abgeschieden von großem Rummel liegt Thierbaum in mitten ehemaligem Torfabbaugebiet. Der wirklich wunderbare Platz lag unmittelbar neben einem Badesee, indem sich die abkühlen konnten, denen es nicht frisch genug war.

Bereits zum 23. Mal fand in diesem Jahr die Party des MC Kuhle Wampe Pleissenburg statt und von daher war das Fest auch sehr gut besucht.

Die Ausfahrt am Samstag zeigte uns über die Anreise hinweg, die landschaftlich reizvolle Gegend um Bad Lausick.

Abends verwöhnten uns die Pleissenburger mit klasse Gulasch aus der Gulaschkanone, lecker Grillfleisch und prima Bier. Und am Sonntagabend dann auch noch mit Livemusik von drei Bands, von denen vor allem die Blindgänger nicht unerwähnt bleiben sollen!

Es war eine klasse Party, die auch im nächsten Jahr wieder mit uns rechnen darf.

Danke dafür nach Pleissenburg!!!