42. MC Kuhle Wampe Sommertreffen
in Lauenberg/Dassel 16. bis 18.08.2019
Mit dem MC Kuhle Wampe Vaganten Heidelberg auf dem Sommertreffen
Die Anreise zum diesjährigen Sommertreffen wurde von uns via Email abgestimmt und festgezurrt. Wir waren mit 6 Personen und Moppeds am Start. Horst (vom Esslinger Club), Ulli, Anette und Wolfgang. Silke reiste aus „Norden“, aus ihrem Urlaub an und Michel ist aus Zeitgründen erst am Samstag zu uns gestoßen.
Ulli und Horst haben von Donnerstag auf Freitag bei Charly und Michel eine Zwischenetappe eingelegt und dort genächtigt. Nach einer schönen Anreise über Kraichgau (Das Wetter hält), Odenwald (Das Wetter hält), Spessart (Das Wetter hält) ist Ulli gegen 18 Uhr, fröhlich empfangen von Charly, Michel und Horst, am Etappenziel angekommen. Gemeinsam haben die Vier dann noch einen netten Abend verbringen können.
Wolfgang kam dann am Freitag Vormittag dazu, so dass die Drei gemeinsam gestartet sind. Vor dem Start wurden noch einmal kurz die unterschiedlichen Routen zum Treffen abgestimmt. Entschieden haben sich die Drei für eine etwas längere, aber dafür schönere Strecke. Horst Mimte den „Rod Captain“ und ist vorausgefahren. An der Stelle Danke an Horst für die schönen gewählten Strecken!
Gegen 10:00 Uhr ging es über den Spessart auf kleineren Straßen Richtung Gelnhausen, Fulda. Dann in die Rhön und anschließend Richtung "Rhöner Hochstraße". Beim letzten Streckenabschnitt bemerkte Wolfgang, dass er in so manchen Kurven das Gefühl hatte mit dem Hauptständer aufzusetzen, was eigentlich bei ihrem Fahr- und Kurventempo in der Gruppe mit einer BMW GS äußerst unwahrscheinlich sein sollte. Bei einer Kaffeepause haben sie dann mal nachgeschaut und siehe da: von dem Hauptständer an Wolfgangs Mopped hatte sich eine Schraube verabschiedet, so dass er nur noch an der Feder hing und bei Kurvenfahrt durchschwang und tatsächlich aufsetzte. Also Werkzeug raus, Hauptständer ab und als "Hirschgeweih" auf die Gepäckrolle geschnallt. Durch den Streckenverlauf und der kleinen Reparatur war unsere Truppe dem Zeitplan etwas hinterher, so dass sie nicht pünktlich wie verabredet zur großen Pause am Meißner Naturfreundehaus ankamen und Anette eine 3/4 Stunde auf die Leute warten musste.
Noch schlimmer war, das die Truppe außerhalb der Essenzeiten, die im Naturfreundehaus bis 14 Uhr geht, angekommen ist. So standen sie da, mit knurrenden Mägen, und überlegten, was sie nun machen. Aber der Wirt hatte ein nachsehen mit den Leuten und bot ihnen eine Kartoffelsuppe mit oder ohne Bockwurst an, welche von ihnen dankbar angenommen wurde. Jetzt noch hier die schöne Aussicht genießen und dann auf zum Endspurt nach Dassel. Gestärkt machte sich die Truppe auf, den Rest der Strecke zum Sommertreffen gemeinsam zu fahren.
Die letzte Etappe ging, wegen der fortgeschrittenen und verlorenen Zeit, auch ein Stück über Autobahn. Gegen 17:30 Uhr sind sie dann auf dem Sommertreffen angekommen und haben nach ihrer Begrüßungsrunde unter den Wampen das Lager aufgeschlagen. Ausreichend freie Plätze für die Zelte waren noch vorhanden – alles Gut. Nach dem Zeltaufbau wurde dann erst mal alles erkundet. Für Ulli war es nach vielen Jahren Sommertreffenpause wie nach Hause kommen. Alles gut organisiert, alle gut drauf und die Örtlichkeiten waren auch noch gut vertraut.
Am Abend auf dem Gelände trafen sie noch viele bekannte Gesichter und haben mit uns bei einem gemeinsamen Abendessen und dem ein oder anderen Bier noch schöne und interessante Gespräche geführt. So haben die Vaganten den Freitagabend ausklingen lassen.
„42“
Am Samstagmorgen erwartete uns auf dem Treffen ein reichhaltiges, gut sortiertes Frühstück. In Erwartung des nachmittäglichen und abendlichen Programms, begaben wir uns jetzt entweder mit der Megaphon oder einem guten Buch in die Komfortzone „Strandkorb“, oder in das erfrischende Nass des Schwimmbades.
2019 war ein ganz besonderes Sommertreffen. Es war die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest. Alles auf dem Treffen hat sich an der Zahl „42“ ausgerichtet. Voraussetzung zum Verständnis was da passiert ist, war aber Kenntnis über die komisch-philosophische Trilogie in vier Teilen von Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ (Mehr zu „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ findest Du unter diesem Link bei Wikipedia). https://de.wikipedia.org/wiki/Per_Anhalter_durch_die_Galaxis#Handlung
Damit ließen sich die ganzen Leute erklären, die hier mit Bademantel und Handtuch über den Platz gelaufen sind, dass das Orga-Zelt plötzlich „Deep Thought“ genannt wurde, dass es ein „Restaurant am Ende des Universums“ gab, der „pangalaktische Donnergurgler“ zum Ausschank kam, die Rubbels (Abstreichkarten) als Handtücher dargestellt und mit Ratschlägen aus dem „Anhalter“ bedruckt wurden, sowie die automatische Türe am Kaffeezelt sich für eine Benutzung bedankte oder die Nutzung mit einem tiefen Seufzer quittierte (zum Ausprobieren mal auf das Bild hier rechts klicken!). Die hyperintelligenten, pandimensionalen Lebewesen mögen mir verzeihen, sollte ich was bei der Aufzählung übersehen haben.
Das Sommertreffen fand in diesem Jahr sehr guten Zuspruch. Um die 400 Menschen waren am Samstag vor Ort um sich Kultur, Kulinarisches und Durststillendes einzuverleiben. Der am Abend einsetzende leichte Regen konnte hierbei auch die Stimmung nicht wirklich trüben.
Es gab wieder mal alles, was das Herz begehrt. Die kulinarischen Angebote hier aufzulisten weckt Neid und den Eindruck, dass es sich um ein Fressfest handelt. Waffeln, Crepes süß oder herzhaft, Thai-Küche, Pizza, Pommes, Bratwurst und Steak aus dem Hochofen, Käseplatte, südländische Spezialitäten, dazu Oliven und Peperoni und auch lecker Maultaschen standen auf der Speisekarte. Einfach zu vieles um alles testen zu können.
Verschiedenste regionale Biere, Alt vom Fass, Wein in rot und weiß, Kaffee und allerlei Alkoholfreies rann die Kehlen hinunter. Wampen kleckern nicht! Wampen können sehr wohl auch klotzen – im Angebot als auch im Verbrauch!
Über Tag bestand die Möglichkeit sich an der Ausfahrt in das Umland oder sich mit dem Motorrad am Geschicklichkeitsparkour zu beteiligen. Ingos Klamotenkiste mit gebrauchter Motorradkleidung fand sehr reges Interesse, als auch die Shopkiste mit Ihren Wampe-Devotionalien, sowohl für Mitglieder, als auch für solche die es noch werden wollen. Und der „Kutten-Patches-Aufnähservice“ (gegen Spende) war auch gut frequentiert.
Das Bühnenprogramm am frühen Abend startete mit einem äußerst interessantem Vortrag: „auf dem Landweg nach New York“ – mit 4 Ural Gespannen 43.000 Kilometer! Ganz großen Respekt für diese Menschen, die sich auf dieses Abenteuer zur Begegnung mit den Menschen in Osteuropa und Russland (und das war ein wirkliches Abenteuer) eingelassen haben. (Mehr dazu unter https://www.grenzgang.de/programm/leavinghomefunktion-auf-dem-landweg-nach-new-york/).
Danach Musik mit „Premium Spezial“ aus Hannover (Punkrock) und mit den 2013 schon mal dagewesenen und wieder herbeigesehnten „Doctor Krapula“ mit Rock aus Kolumbien. Für einen kurzen Live-Mitschnitt einfach mal das Bild hier von Doctor Krapula anklicken.
Aber auch aktuelle Politik kam auf dem Treffen nicht zu kurz. Angefangen mit einer Informationsveranstaltung zur Kampagne „Rheinmetall Entwaffnen“ die vom 01. bis zum 09. September in ein Friedenscamp und am 07. September zur Demonstration in Unterlüß aufruft (siehe auch https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/camp/) über eine Spiel-Spenden-Aktion die immerhin 244,44€ für Seawatch einbrachte, hin zu den unzähligen Diskussionen über aktuelle oder auch vergangene Ereignisse unserer Gesellschaft.
Das auch viel Benzin geplaudert wurde, sollte unter Motorradfahrer*innen eigentlich keiner Erwähnung mehr gewürdigt werden müssen.
Ein riesiges DANKESCHÖN an die STAG (Sommertreffen AG) und allen Helfer*innen, die hier zu einem wirklich absolut wunderbaren Treffen beigetragen haben!
Gülle-Contest in Beelen am 18.08.2019
Beim Stöbern meiner Fachzeitschrift (aus dem Berufsfeld Installation und Heizungsbau) bin ich über eine Ankündigung der Firma Jung-Pumpen gestolpert. Die haben für den 18.08.2019 einen „Custom Güllepumpe Contest“ ausgepreist.
Gülle-Contest? Was soll das werden? Also hab ich mal auf der Webseite dazu gestöbert.
In diesem Wettbewerb haben sich keine Profis aus der Custom-Szene gemessen, sondern Freizeitschrauber wie Du und ich, die selbst Hand an ihre Güllepumpe angelegt haben. Als Basis waren alle Varianten der Honda CX-Familie zugelassen. Dabei spielte es auch keine Rolle, welcher Custom-Stil dabei umgesetzt wurde. Wert wurde nur auf Erkennbarkeit des Umbaus gelegt. Scrambler, Cafe Racer, Bobber, Bagger, Brat-Bikes, Flat-Tracker oder Chopper - egal. Um mitzumachen, mussten die Teilnehmer einige Fotos und eine Projektbeschreibung einreichen und das Fahrzeug musste eine gültige Straßenzulassung haben. Alles was den Umbau dokumentierte, half schließlich der Jury dabei, die „beste“ Gülle auszuwählen. 22 der 35 beworbenen Fahrzeuge standen der Jury am Sonntag zur Auswahl.
Ich dachte für mich, eigentlich ein MUSS für alle Gülle-Fahrer. Ich selbst habe nie eine besessen, kam aber in den Genuss Renés umgebaute Gülle über die Route des Grandes Alpes und zurück über die Route Napoléon zu treiben – nachdem ich mich an die 50 PS gewöhnt hatte, war es ein echter Spaß mit einem phantastisch modifiziertem Fahrwerk und dass alles ohne technische Probleme!
Renés Gülle-Umbau
Somit stand eigentlich auch für mich fest, da will ich hin, das will ich sehen!
Das Problem war, das am gleichen Wochenende unser Sommertreffen stattfand. Aber Moment, der Contest war für Sonntag geplant und das Zeitfenster in tolerantem Rahmen, 11:00 bis 17:00 Uhr. Also hab ich im Routenplaner mal die Strecken gecheckt: Von Aschaffenburg nach Dassel waren es 300 Kilometer, von Dassel nach Beelen 160 Kilometer und von Behlen wieder nach Hause dann 340 Kilometer. Realisierbar, absolut realisierbar, auch wenn ich wegen der Maloche erst am Samstag auf Dassel fahren konnte.
Also bin ich am Samstag Vormittag nach Dassel gestartet (siehe auch unser Bericht zum Sommertreffen, der in Kürze hier erscheint), hab mich am Samstag Nachmittag und Abend mit ganz vielen lieben und wertgeschätzten Menschen getroffen und unterhalten.
Mein Zelt hatte ich bei den Bananen platziert (nochmal DANKE an Ma, dass er mir den Zeltplatz so schön vorbereitet hatte ), da hier die Option bestand vor meiner Abfahrt am Sonntag noch einen Kaffee zu bekommen. Die Rechnung ist dann auch Dank Angie glatt aufgegangen. Tausend Dank dafür! Und ich hätte noch mehr kriegen können, da mich auch Max von der Frankfurter Ini beim Klogang abgepasst hat, um mir ebenfalls einen Kaffee anzubieten, was ich total klasse fand, wenn ich dann auch abgelehnt habe. Sonntag Morgen hab ich dann gegen halb Acht (7:30 Uhr) im abklingenden Regen mein Zelt eingepackt, so dass ich gegen Achte auf die Straße gekommen bin.
Im „Kabelwerk B64“, einer vorzugsweise für Oldtimertreffen genutzte Location in Beelen, waren die Fahrzeuge ausgestellt. Was soll ich sagen – es waren echt begeisternde Umbauten dabei! Und Mann/Frau muss ja nicht alles mögen, was aus Gülle gemacht wird.
Mit einem der Contest Teilnehmer aus Leipzig kam ich auch in ein echt gutes Gespräch, zumal er sich seit kurzem auch für die Wampe interessiert. (@ Pleissenburg, vermutlich wird demnächst ein Olli bei Euch aufschlagen!).
Hier unten habe ich Euch einige Bilder von den Fahrzeugen. Und hier noch ein kleines Video, zu einem außer Konkurrenz laufenden Umbau (müsst Ihr Euch unbedingt ansehen!).
Wer noch mehr von den Umbauten und den Hintergründen dazu sehen möchte – hier ist der Link:
https://www.guellepumpencontest.de/custom-guellerie
und hier die Gewinner:
https://www.guellepumpencontest.de/custombike-treffen
Alles in Allem ist das mal `ne geile Marketing Geschichte der Firma Pentair Jung (die übrigens 1924 die erste echte „Güllepumpe“ gebaut hat). Ob dies jedoch wirklich hilft ihre Produkte besser zu vermarkten, stell ich mal ernsthaft in Frage. Und ein „Schraubermodel Kelly Bell“ trägt da auch nichts dazu bei.
Auf dem Heimweg musste ich dann noch durch geschlagene 180 Kilometer Starkregen tauchen – sowas habe ich in 40 Jahren Moppedfahren noch nie gehabt. Es war eine „Tauchfahrt des Grauens“. Es schüttet aus Kübeln, Du stehst im Stau, in der Baustelle, und Dein Mopped meint „Blubb-blubb“…
Dennoch: In der Summe mit Sommertreffen hat sich dieses Wochenende gerechnet, hat viel Spaß gemacht, war interessant und beim Tauchgang zeitweise auch sehr abenteuerlich und spannend…
Michel, MC Kuhle Wampe Vaganten Heidelberg